Wortgewaltig wunderbar

Jan 07 2020

Mein Beitrag zu #roastyourself von @madeyemouni und @verses.of.lilith.

Worte sind Schmerz, Worte sind Leid,
Worte sind Liebe, Worte sind weit...

aus geduldiger, als ich selbst. Ich maße mir an,
alles zu wissen, alles zu kennen, ALLES, und dann
schreibe ich was das Zeug hält, tippe und tippe
Tage und Nächte, ich zieh' an der Strippe
die niemals ein Ende, ein Gegenstück fand,
rolle behände ein Knäuel aus dem endlosen Band
beschimpfe die Welt, versuch' zu belehren,
nicht ohne jeder Belehrung mich selbst zu erwehren.

So schreib' ich Kommentare,
reime Dromedare,
erzähl von Gefühlen,
die ich niemals gekannt!
Ich erzähle von Liebe,
von Trauer und Freude,
all "meine" Triebe,
die einst "fühlte" ich heute,
erzähl von den Lügen,
die auf Papier ich gebannt.

Worte sind Schmerz. Worte sind Leid.
Gefühle sind Toast, Gefühle sind weit....

aus aufregender, als ich je wusste. Ich maße mir an,
sie zu kennen, sie zu fühlen, zu leben, und dann
schreibe ich was das Zeug hält, tippe und tippe,
Wärme und Kälte, sie steh'n an der Klippe,
springen hinab in das Gefühlsmeer aus Eis,
das ich niemals finde, nichteinmal als Greis.
Poesie ist Gefühl, Gefühl ist Poesie,
die ich nie empfinde dank Alexithymie.

So schreib' ich nun sachlich,
reime nur fachlich,
erzähl von dem Ärger,
den ich wirklich empfand!
Ich erzähle von Daten,
von Politik und von Hass,
lass euch alle waten
ganz tief in dem Fass
voll mit Dummheit, mit Quatsch,
werf' euch ins Wasser mit riesigem Platsch,
erzähl von dem Ärger,
den auf den Screen ich gebannt.

Und dann?

Wortgewaltig wunderbar verpufft mein Werk bedeutungslos im Nichts.